Verabschiedung von Pfarrer Bernd Kuchmetzki
Am 7. Juni 2026 wurde Pfarrer Bernd Kuchmetzki in einem Waldgottesdienst von Pröpstin Meike Bräuer-Ehgart aus seinem aktiven Pfarrdienst freigesprochen.
Ganz so, wie wir ihn in den vergangenen Jahren kennengelernt haben – naturverbunden und den Menschen zugewandt – wünschte sich Pfarrer Kuchmetzki keine große Abschiedsfeier. Seine Verabschiedung fand daher an der Barbara Baude unter dem Barbarakreuz statt, mitten im Wald, umgeben von Gottes Schöpfung und in einer Atmosphäre, die seinem Wesen entsprach. Zahlreiche Gemeindeglieder, Wegbegleiter sowie Vertreter aus Kirche, Vereinen und dem öffentlichen Leben waren gekommen, um gemeinsam Abschied zu nehmen und ihm für sein Wirken zu danken.
Seine Abschiedspredigt stand unter der Frage: „Was soll ich Euch mitgeben?“. Wie so oft begann er den Gottesdienst mit Geschichten. Er selbst verstand sich als Geschichtenerzähler des Evangeliums, ganz nach dem Vorbild Jesu Christi, der den Menschen Gottes Botschaft durch Gleichnisse und Erzählungen nahebrachte.
Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die Aufforderung, die uns von Gott geschenkte Zeit bewusst zu nutzen. Menschen, die uns wichtig sind, sollten früh genug erfahren, wie viel sie uns bedeuten. Worte der Liebe, der Dankbarkeit, der Wertschätzung und der Versöhnung dürfen nicht aufgeschoben werden, sondern gehören in das Hier und Jetzt.
Ein besonderes Bild gab er der Gemeinde mit auf den Weg, als er die Bedeutung des Kreuzes erklärte. Die senkrechte Linie des Kreuzes steht für die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen. Die waagerechte Linie symbolisiert die Verbindung der Menschen untereinander. Erst beide Linien zusammen bilden das Kreuz und zeigen, dass christlicher Glaube sowohl die Beziehung zu Gott als auch die Liebe und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen umfasst.
Die Pröpstin dankte Pfarrer Kuchmetzki für seinen langjährigen und engagierten Dienst in der Landeskirche. Sie beschrieb ihn als einen Menschen voller Tatendrang, der stets neue Ideen und Projekte im Blick hatte und dabei nicht nur plante, sondern auch selbst tatkräftig mit anpackte, um seine Vorhaben Wirklichkeit werden zu lassen. Als Zeichen des Dankes überreichte sie ihm einen Präsentkorb mit vielen Dingen, die seinen persönlichen Vorlieben entsprachen – von Wein und Bier über ein gutes Schnäpschen bis hin zu Präsenten rund um seine Hobbys Jagd und Angeln.
Während ihrer Ansprache zog sich der Himmel immer weiter zu, und schließlich setzte leichter Regen ein. Mit einem Lächeln bemerkte die Pröpstin: „Sogar der Himmel weint heute.“ Dieser Satz sorgte für ein nachdenkliches Schmunzeln und berührte viele der Anwesenden. Der einsetzende Regen schien die besondere Stimmung dieses Abschiedstages zu unterstreichen.
Auch der Kirchenvorstand verabschiedete sich mit herzlichen Worten. Der Vorsitzende Carsten Schillert bedankte sich für den frischen Wind, den Pfarrer Kuchmetzki in die Gemeinde gebracht habe. Mit seinen Ideen, seiner Offenheit und seinem Engagement habe er viele Impulse gesetzt und das Gemeindeleben bereichert. Gleichzeitig brachte er das Bedauern vieler Gemeindeglieder zum Ausdruck, dass Pfarrer Kuchmetzki nicht schon viel früher den Weg in die Gemeinde gefunden habe. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte auch der Kirchenvorstand ein Geschenk, das seine persönlichen Interessen und Hobbys aufgriff.
Die große Wertschätzung, die Pfarrer Kuchmetzki weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus genoss, zeigte sich auch in den weiteren Grußworten. Für den Heimatverein, zu dem er einen engen und vertrauensvollen Kontakt gepflegt hatte, sprach Peter Scholz bewegende Worte des Dankes. Er würdigte insbesondere das große Interesse von Pfarrer Kuchmetzki an der Geschichte, den Traditionen und dem kulturellen Leben der Region. Seine Unterstützung und seine Verbundenheit mit dem Heimatverein hätten viele gemeinsame Begegnungen und Projekte möglich gemacht.
Auch die katholische Kirchengemeinde richtete ein Grußwort an den scheidenden Pfarrer. Stellvertretend für die Gemeinde erinnerte Hubert Beder an die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Die ökumenische Gemeinschaft sei Pfarrer Kuchmetzki stets ein Herzensanliegen gewesen. Mit zahlreichen gemeinsamen Gottesdiensten und Veranstaltungen habe er dazu beigetragen, das Miteinander der christlichen Gemeinden zu stärken und lebendig zu gestalten. Für diesen Einsatz wurde ihm herzlich gedankt.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gäste zu einem gemeinsamen Mitbringbuffet eingeladen. Viele Gemeindeglieder hatten mit großem Engagement eine bunte Auswahl an Speisen und Kuchen vorbereitet, sodass ein reichhaltiges und vielfältiges Buffet entstand. In entspannter Atmosphäre nutzten die Besucher die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erinnerungen auszutauschen und persönliche Worte des Dankes an Pfarrer Kuchmetzki zu richten. Das gemütliche Beisammensein spiegelte die Verbundenheit wider, die in den vergangenen Jahren gewachsen war. Es wurde deutlich, wie viele Menschen Pfarrer Kuchmetzki mit seiner offenen, herzlichen und tatkräftigen Art geprägt und begleitet hat. So klang der Tag bei guten Gesprächen, fröhlicher Gemeinschaft und vielen guten Wünschen für seinen weiteren Lebensweg aus.
Die vielfältigen Grußworte und Begegnungen machten deutlich, wie sehr Pfarrer Kuchmetzki nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Mensch geschätzt wurde. Sein Wirken reichte weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus und hinterließ Spuren im kirchlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben.
Mit seinen Gedanken, Geschichten und seiner lebensnahen Verkündigung hinterließ Pfarrer Kuchmetzki der Gemeinde eine wertvolle Botschaft: den Glauben im Alltag zu leben, Gemeinschaft zu pflegen und die Zeit als kostbares Geschenk Gottes zu begreifen.
Die Gemeinde dankt Pfarrer Bernd Kuchmetzki herzlich für seinen Dienst, seine seelsorgerliche Begleitung, seine Tatkraft und die vielen Geschichten, mit denen er das Evangelium lebendig werden ließ. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm Gottes reichen Segen, Gesundheit, Freude und viele erfüllende Begegnungen.
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Korinther 13,13)
Text u. Bilder E. Kiekhöfer